Faustball-Jugendeuropapokal: Brettorfer Nachwuchs stellt halbes Niedersachsen-Aufgebot

7. Oktober 2026

Mit großen Erwartungen war Niedersachsens Faustball-Nachwuchs zum Jugendeuropapokal nach Laakirchen (Österreich) gereist. Zwei Wochen nach dem Gesamtsieg beim Deutschlandpokal reichte es für den Niedersächsischen Turner-Bund diesmal im Ranking der Landesverbände zwar nur zu Platz sechs. Aus Sicht des TV Brettorf zeigte das Wochenende aber eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Nachwuchsarbeit des Vereins inzwischen auch auf Landesebene besitzt: Gleich 16 der insgesamt 32 niedersächsischen Spielerinnen und Spieler kamen aus Brettorf – exakt die Hälfte des gesamten Aufgebots.

Damit war der TVB in allen vier Altersklassen stark vertreten. Hinzu kamen mit Benjamin Schwarze und Alicia Poppe zwei Brettorfer Coaches sowie mit Sönke Spille einer der beiden offiziellen NTB-Schiedsrichter beim Jugendeuropapokal.

U18-Teams

Das beste Ergebnis aus Brettorfer Sicht erreichte die weibliche U18 mit Rang zwei. Das Team des Trainerinnen-Duos Marleen Schmertmann und Michaela Grzywatz startete mit vier Siegen und 8:0 Sätzen souverän in das Turnier. In der Zwischenrunde folgte zunächst ein 1:1 gegen Schwaben, ehe Niedersachsen mit einem 2:0 gegen Deutschlandpokal-Sieger Schleswig-Holstein den Finaleinzug perfekt machte. Im Endspiel wartete mit Oberösterreich die Neuauflage des Vorjahresfinals. Gegen die Gastgeberinnen, deren Mannschaft komplett aus Spielerinnen des U18-Weltmeisterteams bestand, hielt Niedersachsen lange dagegen, musste sich aber zweimal knapp mit 10:12 geschlagen geben. „Die Mädels haben über die zwei Tage toll abgeliefert“, lobte Marleen Schmertmann. Vom TV Brettorf standen Leni Hasselberg und Jenna Weber im niedersächsischen Aufgebot.

Weniger glücklich verlief das Turnier für die männliche U18 – dabei war der TV Brettorf hier so stark vertreten wie in keiner anderen Mannschaft. Sechs der acht niedersächsischen Spieler kamen vom TVB: Joey Biniek, Ole Behm, Mats Hinrichs, Lucas Praß, Joris Finkel und Bastian Steenken. Die mit mehreren U18-Weltmeistern besetzte Auswahl hatte nach einer langen Saison allerdings mit fehlender Frische zu kämpfen. Nach einem starken 2:0 gegen Zürich/Schaffhausen brachte ein Remis gegen Hessen sowie die Niederlage gegen St. Gallen/Appenzell/Graubünden den NTB unter Druck. Trotz eines deutlichen Erfolgs gegen Salzburg verpasste Niedersachsen aufgrund des Ergebnisses im parallelen Schweizer Duell die Runde der besten sechs. „Die Konstellation ist extrem unglücklich gewesen“, sagte NTB-Trainer Benjamin Schwarze vom TV Brettorf. Gleichzeitig räumte er ein: „Wir haben uns selbst in diese Situation gebracht.“ Am Sonntag folgten ein Sieg gegen Baden und ein Remis gegen Niederösterreich. Mehr als Rang sieben war damit nicht mehr möglich. „Da hat uns in entscheidenden Momenten ein wenig die Frische gefehlt“, bilanzierte Schwarze.

U14-Teams

Auch in der männlichen U14 stellte Brettorf die größte Vereinsgruppe innerhalb des niedersächsischen Teams. Tade Stöver, Johannes Herchenröder, Jonne Roblick und Thore Behm gingen für den NTB an den Start. Nach dem Erfolg beim Deutschlandpokal hatte die Mannschaft auf eine vordere Platzierung gehofft, geriet in einer stark besetzten Vorrundengruppe jedoch früh unter Druck. Einer Niederlage gegen Schleswig-Holstein folgten unter anderem Unentschieden gegen den späteren Sieger St. Gallen/Appenzell/Graubünden und Oberösterreich. Trotz ausgeglichener Punktebilanz blieb lediglich Rang vier in der Gruppe. Am Sonntag kamen zwei weitere Remis hinzu, sodass Niedersachsen den Jugendeuropapokal auf Platz elf beendete.

Auch die weibliche U14 trug deutlich Brettorfer Handschrift. Mit Svenja Hedemann, Sarah Freese, Jette Brinkmann und Emma Heinrich kamen gleich vier Spielerinnen vom TVB, zudem wurde die Mannschaft von Alicia Poppe aus Brettorf betreut. Nach einer Auftaktniederlage gegen den späteren Finalisten Baden folgte ein klarer Sieg gegen Thurgau. Ein 1:1 gegen Niederösterreich reichte zum Einzug in die Zwischenrunde. Dort waren Oberösterreich und Sachsen zu stark. Im Spiel um Platz fünf zeigte das niedersächsische Team aber noch einmal Moral und setzte sich in einem engen Duell gegen Bayern durch.

Den Gesamtsieg beim Jugendeuropapokal sicherte sich Schwaben vor Oberösterreich und Baden. „Das Teilnehmerfeld ist deutlich enger zusammengerückt. Das hat man auch an den vielen unterschiedlichen Teams unter den Top vier in den vier Altersklassen gemerkt“, sagte Benjamin Schwarze.

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