Mit einem Auswärtsspiel beim Leichlinger TV starten die Bundesliga-Faustballer des TV Brettorf am Sonntag, 3. Mai, in die anstehende Feldsaison. Vor Saisonstart blicken wir noch einmal auf die Hallensaison zurück, nehmen den Kader in den Blick und haben einen Überblick über alle Gegner im Faustball-Oberhaus.
Rückblick: Halle 2025/26
Bereits in der 1. Bundesliga Nord dominierten die Brettorfer das Geschehen nach Belieben. Ohne Niederlage und mit einem überragenden Satzverhältnis von 40:5 sicherte sich das Team souverän die Nordmeisterschaft. Neuzugang Johannes Jungclaussen fügte sich nahtlos ein, auch Ausfälle konnten die Schwarz-Weißen gut verkraften – und das auch, weil Coach Klaus Tabke die Gelegenheit nutzte, einigen der vielversprechenden U18-Talente erste Einsätze auf höchstem Niveau zu ermöglichen.
Auch in den Play-offs zeigte der TVB seine Klasse – und vor allem seine gewachsene mentale Stärke. Nach der 4:5-Hinspielniederlage gegen den TSV Calw stand Brettorf im Rückspiel unter Druck, lieferte jedoch mit einem 5:0-Erfolg die passende Antwort. In einer intensiven Partie vor rund 400 Zuschauern bewahrte das Team in den entscheidenden Momenten die Ruhe und erzwang
den Entscheidungssatz. Dort blieb Brettorf – anders als im Vorjahr gegen den TV Schweinfurt-Oberndorf – nervenstark und sicherte sich den Halbfinaleinzug.
Bei der Deutschen Meisterschaft in Stuttgart entwickelte sich das Halbfinale gegen den TV Käfertal zu einem echten Faustball-Krimi. Brettorf startete stark, führte zwischenzeitlich und lieferte sich mit dem Favoriten einen offenen Schlagabtausch bis in den entscheidenden siebten Satz. „Das ist bei der Geschwindigkeit kaum zu verteidigen“, sagte Tabke mit Blick auf die Angriffe
der Süddeutschen um einen starken Marcel Stoklasa. Am Ende fehlten nur Kleinigkeiten, die Partie kippte denkbar knapp zugunsten des späteren Deutschen Meisters aus Käfertal. Die Enttäuschung wich jedoch schnell neuer Entschlossenheit. „Was war, zählt nicht mehr – wir holen uns jetzt Bronze“, gab Tabke die Richtung vor. Im Spiel um Platz drei gegen den TV Stammheim setzte seine Mannschaft diese Vorgabe konsequent um. Nach starkem Beginn und einer insgesamt abgeklärten Leistung behielt Brettorf auch in engen Phasen die Kontrolle und sicherte sich mit einem 5:3-Erfolg verdient die Bronzemedaille. „Am Ende haben wir verdient gewonnen“, bilanzierte der Coach.
Kader

Mehr als ein Jahrzehnt lief Malte Hollmann für die 1. Herren des TVB auf, war zuletzt Kapitän und „Urgestein“ im Kader der Männermannschaft. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille
in Stuttgart verabschiedet er sich nun aus dem Team. Dazu wird mit Lorenz Neu ein weiterer Angreifer kürzertreten. Im Fokus des TVB-Offensivspiels stehen somit Johannes Jungclaussen, der seine erste Feldsaison für die Schwarz-Weißen bestreiten wird, und Hauke Rykena, der seine anhaltenden Verletzungen nun hoffentlich hinter sich gelassen hat. Hinzu kommt das Defensiv-Trio um Hauke Spille, Tom Hartung und Moritz Cording. Und: Mit Alváro Englert, World Games-Sieger mit Brasilien 2025 in China, wird auch ein brasilianischer Nationalspieler dem Brettorfer Aufgebot im Sommer angehören. Er wechselt vom brasilianischen Topteam Sogipa Porto Alegre für einige Wochen in die Gemeinde Dötlingen. Dazu wird Coach Klaus Tabke wohl auch immer
wieder Nachwuchsspieler ins Team holen.
Trainer
Konstanz gibt es an der Seitenlinie. Coach Klaus Tabke hat auch in der anstehenden Saison das Kommando. Für ihn ist es damit bereits die 17. Saison (Halle und Feld) in Folge. Unterstützung
wird er dabei weiterhin von Tim Lemke als Co-Trainer erhalten.
Ligasystem
Wie in den vergangenen Feldspielzeiten wartet auf die TVB-Männer auch 2026 wieder eine zweigeteilte Saison. Nach einer einfachen Runde der acht Teams wird die Liga wieder in zwei Gruppen eingeteilt. Die Top4 kämpfen im Anschluss um die drei Tickets für die Deutsche Meisterschaft in Bardowick, die Teams auf den Rängen fünf bis acht spielen die zwei Absteiger aus.
Vorschau: Feld 2026
Eine Feldsaison wie die vor einem Jahr möchte in Brettorf niemand noch einmal erleben. Bis zum letzten Spieltag mussten die Schwarz-Weißen, gebeutelt durch einige Verletzungen, um den Klassenerhalt bangen – schafften diesen am Ende aber dann doch. 2026 ist die Zielsetzung eine ganz andere. Dem amtierenden Deutschen Meister TSV Hagen 1860 will der TVB in der Bundesliga
Nord unbedingt Paroli bieten und die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft perfekt machen.
Heimspiele
Samstag, 09. Mai (17.30 Uhr) vs. MTV Wangersen
Sonntag, 10. Mai (11.00 Uhr) vs. SV Moslesfehn
Donnerstag, 14. Mai (16.00 Uhr) vs. VfK Berlin
Samstag, 06. Juni (17.30 Uhr) vs. VfL Kellinghusen
Die Gegner
TSV Hagen 1860
Donnerstag, 31. Juli 2025 in Dresden: Sieben Mal in Folge hatte der TSV Pfungstadt den Titel als Deutscher Meister gefeiert. Doch im Dresdener Ostrasportpark im Rahmen der Finals endete diese eindrucksvolle Serie. Der TSV Hagen 1860,der im Jahr zuvor noch den Kürzeren gezogen hatte, setzte sich mit einem furiosen wie verdienten 4:2-Sieg die nationale Krone auf. Exakt 24 Jahre nach dem bislang letzten Feldtitel der Sechziger (damals noch in der Ära von Jahrhundertfaustballer Dirk Schachtsiek) jubelte der TSV wieder ganz oben auf dem Podest. Dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war, möchten die Westfalen nun erneut unter Beweis stellen. Während der Großteil des Teams in der Hallensaison wiedereine Pause einlegte, mischt man auf dem Feld im Konzert der Großen mit. Und hierfür können die Schwarz-Gelben auch namhafte Verstärkung präsentieren. Nationalangreifer Timon Lützow schließt sich, nach seinem Abschied bei seinem Heimatverein der Berliner TS, nun dem TSV in Hagen an. Mit dem Duo Lützow und Philip Hofmann (ergänzt durch die Routiniers Robin Kuhlmann und Stefan Bösch) will man wieder ganz vorne angreifen.
Leichlinger TV
Viel hätte nicht gefehlt, dass der Leichlinger TV die dritte DM-Qualifikation in Folge (Halle & Feld) perfekt gemacht hätte. Im Hinspiel des Playoff-Viertelfinals gegen den TV Stammheim lieferte sich das Team einen packenden Schlagabtausch. Doch: Schwerer als die so knappe 4:5-Niederlage wog die Verletzung von Hauptangreifer Christian Weber. Ohne ihn ging das Rückspiel deutlich verloren, die DM musste von der Zuschauertribüne verfolgt werden. In der anstehenden Spielzeit dürfte von DM-Qualifikation im Rheinland sicherlich keine Rede sein. Ohne Weber fehlt dem Team der Unterschied-Spieler, der sich mit seinen Leistungen auch in den Kreis des Nationalteams gebracht hatte. Vielmehr liegt der Fokus in der Offensivreihe nun auf Chris Dabringhaus, Tobias Schaper und Neu-zugang Dominik Lübbers (SV Moslesfehn). Das Ziel des LTV, bei dem Weber an der Seitenlinie das Coaching übernehmen wird, dürfte ganz klar „Klassenerhalt“ sein.
SV Moslesfehn
Trotz Tabellenplatz 7 durfte der SV Moslesfehn am Ende der vergangenen Feldsaison den Klassenerhalt feiern – auch, weil mit dem MTV Wangersen nur ein Team den Aufstieg ins Oberhaus antreten wollte. Verdient haben sich die Mossis diesen Startplatz dabei allemal, feierte man doch gleich zwei Derbysiege gegen den TVB. Auch unter dem Hallendach musste man am Querkanal zuletzt um den Klassenerhalt bangen. Die Saison in der Bundesliga Nord beendete man auf Rang sechs – punktgleich mit dem Tabellenvierten SV Armstorf. Im Halbfinale der Play-Downs lieferte man sich gegen den VfK Berlin ein packendes Duell, schaffte im Entscheidungssatz den Klassenerhalt. Zur Feldspielzeit bleibt der seit Jahren fast unveränderte Kader weitestgehend zusammen. Einzig Dominik Lübbers verlässt den SVM mit seinem Umzug nach Nordrhein-Westfalen in Richtung Leichlinger TV.
VfK Berlin
Nur ein Sieg im Stadtduell gegen die Berliner TS aus acht Spielen stand für den VfK Berlin nach der einfachen Bundesliga-Runde in der abgelaufenen Hallensaison zu Buche. In den Abstiegs-Playoffs war man im Halbfinale gegen den SV Moslesfehn dann dicht dran am Klassenerhalt, gewann das Hinspiel mit 5:4 – nur, um im Rückspiel (2:5) und Entscheidungssatz (9:11) zu verlieren. Nach einem deutlichen 0:5 im alles entscheidenden Match gegen die Berliner TS steht der Abstieg aus dem Oberhaus. Damit endete am 14. Februar eine unglaublich erfolgreiche Ära von 16 Jahren Bundesliga in Folge (inklusive 6 Nordmeisterschaften). Nun ist auf dem Feld das ausgegebene Ziel, den Ligaverbleib zu sichern. Mut machen dürfte die vergangene Feldsaison, als man einen starken vierten Platz für sich verbuchte. Für das Vorhaben steht Spielertrainer Manuel Kögel nahezu das identische Team aus der Halle zur Verfügung. Einzig Paul Jantzen gehört nicht mehr zum Kader
MTV Wangersen
Es waren über den Saisonverlauf immer wieder gute Leistungen, die der MTV Wangersen in der 1. Bundesliga Nord zeigte. Gegen den VfK Berlin gelang dem jungen Team von Coach Martin Becker kurz vor Saisonende sogar ein 5:4-Sieg. Die Rote Laterne konnte die Mannschaft aus dem Kreis Stade damit aber nicht abgeben. Letztlich fehlte dem MTV ein wenig die nötige Erfahrung, um doch bestehen zu können. Die Saison bewies aber trotzdem, dass die Chance auf den Klassenerhalt besteht. Das dürfte für das unveränderte Aufgebot auch in der aktuellen Feldsaison das ausgegebene Ziel sein. Schließlich trat man den Gang ins Oberhaus als Tabellenvierter der 2. Bundesliga an – da die davor platzierte Konkurrenz verzichtete.
VfL Kellinghusen
Zufrieden dürfte man in Schleswig-Holstein auf die vergangene Hallensaison zurückblicken. Als TSV Lola platzierte man sich mit 12:4 Punkten auf Tabellenplatz drei der Bundesliga-Runde – und sicherte sich so recht souverän einen Platz für die anschließenden Playoffs für die DM-Qualifikation. Hier war dann gegen den späteren Deutschen Meister TV Käfertal Endstation. Den ersten Satz im Aufeinandertreffen gewann der TSV, ehe im Anschluss der TVK zur DM marschierte. In den Dressen des VfL Kellinghusen geht es für die Mannschaft nun darum, sich auf dem Feld wieder bestmöglich zu verkaufen. Zweimal in Folge hatte man es für die Rückrunde in die Meisterrunde geschafft. Nach dem Verpassen und Platz sechs in der letzten Spielzeit, möchte man nun wieder unter die Top4 der Liga.
Ahlhorner SV
Bis vor wenigen Wochen sah es so aus, als ob die Bundesliga-Männer des Ahlhorner SV den fünften Bundesliga-Abstieg seit 2021 (3x Feld, 2x Halle) in Folge hinnehmen müssten. Doch: Nach dem Rückzug der Berliner Turnerschaft entschied der Spielausschuss von Faustball Deutschland auf Antrag des ASV, dass das Team – trotz des 8. Tabellenplatzes 2025 – doch im Oberhaus verbleiben darf. Hier möchten die Blau-Weißen, die mit unverändertem Aufgebot zur Aufstiegssaison in der 2. Bundesliga unter dem Hallendach antreten, nun unbedingt den Verbleib in Liga eins perfekt machen.
