Erfolgreiches Wochenende für die Bundesliga-Männer des TV Brettorf. Die 1. Herren und die 2. Herren feierten Siege. Die 1. Herren behielt im Playoff-Rückspiel und im folgenden Entscheidungssatz gegen den TSV Calw die Oberhand und schaffte somit die Qualifikation für das Final4 um die Deutsche Meisterschaft am 28. Februar und 1. März in der Stuttgarter Scharrena. Die 2. Herren begeisterte ihren Coach Ralf Kreye mit einem nicht zu erwartenden Derbysieg gegen den Ahlhorner SV. Die 2. Damen beendete eine Saison mit Höhen und Tiefen mit zwei Niederlagen. Der Klassenerhalt stand trotzdem zuvor schon fest.
1. Herren
Der TV Brettorf hat sich mit einer eindrucksvollen Leistung gegen den TSV Calw das Ticket für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft gesichert – und dabei nicht nur sportlich, sondern auch mental ein Ausrufezeichen gesetzt. Nach der knappen 4:5-Niederlage im Hinspiel standen die Brettorfer im Rückspiel unter Zugzwang. Ein klarer Sieg musste her, um überhaupt die Chance auf das Weiterkommen zu wahren. Und die Gastgeber lieferten. Mit einem konzentrierten und disziplinierten Auftritt entschieden sie alle fünf Sätze für sich. Doch das 5:0 spiegelt nur bedingt wider, wie intensiv und umkämpft die Partie war. Mehrfach bewegten sich die Teams auf Augenhöhe, Kleinigkeiten entschieden über Satzgewinne. Vor rund 400 Zuschauern entwickelte sich ein echtes Play-off-Spiel: lange Ballwechsel, spektakuläre Abwehraktionen und eine Atmosphäre, die den Heimvorteil spürbar machte. Immer wieder gelang es dem TVB, in kritischen Phasen Ruhe zu bewahren. Besonders bemerkenswert: Auch als ein Satz bereits zu kippen drohte, hielt die Mannschaft dagegen und drehte ihn mit Entschlossenheit noch zu ihren Gunsten.
Weil das Hinspiel mit 4:5 verloren gegangen war, musste im Anschluss an das Rückspiel ein Entscheidungssatz über den Einzug zur DM entscheiden. Und der hatte es in sich. Calw startete mutig und setzte die Brettorfer früh unter Druck. Doch anders als im Vorjahr, als ein ähnliches Szenario bitter endete, blieb der TVB diesmal stabil. Angeführt von Kapitän Malte Hollmann und getragen vom lautstarken Publikum kämpfte sich das Team zurück, übernahm in der Schlussphase die Kontrolle und machte den umjubelten Erfolg perfekt. Die Erleichterung war Spielern und Trainern deutlich anzumerken. Nach dem Aus im Entscheidungssatz in der vergangenen Saison stand diesmal die Freude im Mittelpunkt – über die eigene Entwicklung, über die Nervenstärke und über die Gewissheit, sich für den Aufwand belohnt zu haben. Mit dem Halbfinaleinzug hält Brettorf zudem als letzter Vertreter der Nord-Bundesliga die Fahne hoch. In Stuttgart wartet nun mit dem TV Käfertal der Zweitplatzierte der abgelaufenen Bundesliga Süd, der sich im Viertelfinale souverän gegen den TSV Lola durchgesetzt hat. Um das eigene Team zu unterstützen, plant der TVB eine Fan-Fahrt nach Stuttgart.
2. Herren
TV Brettorf II – Ahlhorner SV 3:2 (11:8, 9:11, 11:6, 10:12, 11:5). Ralf Kreye hat im Faustball sowohl als Trainer wie auch als Spieler schon fast alles gesehen. Deutsche Meisterschaften, große Finalspiele, emotionale Höhepunkte auf nationaler wie internationaler Bühne. Doch was sich am vergangenen Wochenende in der 2. Bundesliga abspielte, wird auch der erfahrene Trainer des TV Brettorf II so schnell nicht vergessen. Mit bereits gesichertem Klassenerhalt ging die Brettorfer Zweitvertretung entspannt in den Spieltag – und hatte den Fokus eigentlich auf die Partie gegen den TSV Bardowick gelegt. Doch es war die Partie gegen den Ahlhorner SV, das ich aus Brettorfer Sicht zu einem echten Spektakel entwickelte, das noch lange nachhallen dürfte. Der große Vorteil des TVB? „Wir haben völlig befreit aufgespielt“, berichtete Coach Kreye. Das junge U18-Team der Brettorfer startete stark, sicherte sich den ersten Satz und hielt auch danach mutig dagegen. Besonders im zweiten Durchgang drückte Ahlhorn mit starken Angaben, doch Brettorf blieb dran. Im dritten Abschnitt wollten die Gastgeber eigentlich Kräfte sparen und Ahlhorn das Spiel machen lassen – doch genau dort schlichen sich beim Favoriten Fehler ein, die Brettorf neues Selbstvertrauen gaben. So kämpften sich die jungen Brettorfer – angeführt von einem defensiv extrem starken Ole Behm – zu einem verdienten Sieg. „Das war ein großartiges Feuer im Team“, jubelte Coach Kreye: „Ich bin zweimal mit den Männern vom TV Brettorf Deutscher Meister geworden in Kulmbach und Brettorf. Aber diese Partie kommt direkt dahinter. Das war einfach ein großartiges Spiel.“
TV Brettorf II – TSV Bardowick 3:1 (11:8, 11:9, 4:11, 11:9). Nach kurzer Verschnaufpause wartete mit dem TSV Bardowick die nächste Aufgabe. „Wir haben die Akkus schnell aufgeladen und einen super Start hingelegt“, berichtete der TVB-Coach. Sein Team knüpfte nahtlos an die Leistung zuvor an, erarbeitete sich eine 2:0-Führung. „Danach haben wir leider einen ganz zurückgeschaltet, waren uns vielleicht zu sicher“, so Kreye. Bardowick nutzte das prompt, verkürzte. Doch die Schwarz-Weißen fingen sich rechtzeitig und machten im vierten Satz den Deckel drauf. Zum Saisonende verabschiedet sich der TVB II auf einem starken dritten Tabellenplatz – und das als Aufsteiger. „Die Jungs haben eine enorm starke Saison gespielt und sich toll weiterentwickelt“, lobte Kreye.
2. Damen
TV Brettorf II – VfL Kellinghusen II 0:3 (5:11, 9:11, 5:11). Bereits vor dem abschließenden Spieltag waren alle Würfel gefallen: Mit dem TK Hannover, TSV Essel und TSV Breitenberg hatten bereits im Laufe der Saison drei Teams bekanntgegeben, auf einen möglichen Aufstieg zu verzichten, Breitenberg gar das gesamte Team für die nächste Saison zurückgezogen und damit – genauso wie der vor der Saison zurückgezogene Ohligser TV II – vor den abschließenden Begegnungen als Absteiger festgestanden. „Das war auch allen Mannschaften ein wenig anzumerken, dass es nicht mehr um allzu viel ging“, sagte TVB-Angreiferin Rieke Schwarze. Ihr Team tat sich im ersten Duell gegen die Schleswig-Holsteinerinnen schwer. „Wir haben nicht wirklich ins Spiel gefunden“, berichtete sie: „Uns sind zu viele Eigenfehler unterlaufen und wir haben zu viele einfache Bälle leichtfertig hergegeben.“ Da half auch die starke Leistung von Defensivspielerin Katharina Janssen nichts. Das Team von Esther Ahrens blieb gegen den Tabellendritten ohne Satzgewinn.
TV Brettorf II – TSV Essel 1:3 (11:7, 10:12, 10:12, 8:11). Zum Saisonabschluss erwischten die Brettorferinnen noch einmal einen guten Auftakt, gingen mit 1:0 in Führung. „Wir sind gegen Essel deutlich besser gestartet als gegen Kellinghusen“, berichtete Angreiferin Rieke Schwarze. In den folgenden zwei Abschnitten ging es dann jeweils in die Satzverlängerung – jedoch zweimal mit dem besseren Ausgang für den TSV. Besonders ärgerlich: Im dritten Durchgang hatten sich die Brettorferinnen eigentlich mit einer Führung durch den Satz gekämpft. „Wir haben uns dann aber ein wenig von einem Esseler Wechsel durcheinanderbringen lassen“. In dieser so entscheidenden Phase gelang es defensiv nicht, richtig hinter die Bälle zu kommen. „Da hat ein wenig das Tempo gefehlt“, so Schwarze. Zudem punktete das Team aus dem Kreis Stade auch mit kurz gespielten Bällen – und drehte so die Partie. „Wir hatten den gesamten Tage über zwischendurch immer wieder gute Phasen“, resümierte Schwarze: „Leider ist es uns nicht gelungen, die Spannung über die gesamte Zeit hochzuhalten. Da ist letztlich echt schade, denn eigentlich wäre in beiden Spielen mehr drin gewesen.“
