TVB-Männer wollen bei DM für Überraschung sorgen

14. März 2019

Damit hatten im Vorfeld wohl nur die wenigsten gerechnet: Mit dem wohl jüngsten Kader der bisherigen Vereinsgeschichte startete die 1. Herren in die 1. Bundesliga Nord – und qualifizierte sich am Ende zum achten Mal in Folge zu den Deutschen Meisterschaften in der Halle. „Für uns war natürlich das Ziel, erst einmal die Klasse zu halten“, gesteht Angreifer Malte Hollmann. Und nach den ersten vier Spieltagen sah zunächst alles nach Abstiegskampf aus. Nur das erste Spiel gegen Moslesfehn gewann der TVB, kassierte danach drei Pleiten. „Besonders die Niederlagen gegen Armstorf und Kellinghusen waren sehr ärgerlich, da wir hier schon 4:2 bzw. 4:1 geführt haben“, so Hollmann. Doch danach ging es für die Brettorfer steil bergauf.

Starke Spiele gegen direkte Konkurrenten

Sieg reihte sich an Sieg – darunter ein glatter 5:0-Erfolg gegen den amtierenden Deutschen Hallenmeister VfK Berlin, aber auch knappe Erfolge wie 5:4 gegen den TSV Hagen 1860.“Erst nach dem Spiel gegen Hannover ging es dann für uns so richtig um die DM. Besonders spannend war natürlich, dass wir nur noch gegen direkte Konkurrenten spielen mussten“, berichtet Malte Hollmann. Auch von der 4:5-Niederlage gegen den VfL Kellinghusen ließ sich das junge Brettorfer Team nicht beeindrucken, gewann am vorletzten Spieltag mit 5:4 gegen den TSV Hagen 1860 und sorgte mit einem 5:2-Erfolg beim VfK Berlin für die DM-Qualifikation. Hollmann: „Die Freude und der Stolz war nach dem Spiel dann selbstverständlich bei allen in der Mannschaft groß und wir sind mehr als zufrieden.

Harte Brocken in DM-Vorrunde

Doch dabei soll es jetzt nicht bleiben. „Wir uns jetzt nicht mit der Qualifikation zur DM zufrieden, sondern wollen alles daran setzen, auch am Sonntag noch zu spielen. Das wird schwer genug, hat das Team mit Südmeister TSV Pfungstadt und Gastgeber TV Käfertal doch zwei harte Brocken vor der Brust. „Für uns wird es wohl auf das Spiel gegen Käfertal ankommen“, glaubt Hollmann. „Sie sind war ein Favorit auf die Medaillen, wir sind ihnen in dieser Zusammensetzung aber noch gänzlich unbekannt. Wir können ganz befreit aufspielen und es einfach genießen bei der DM zu spielen.“

Im Vorfeld der nationalen Titelkämpfe wurde die Trainingsintensität erhöht und versucht, sich noch einmal in allen Bereichen weiter zu verbessern. „Wir wollen zeigen, dass wir uns zu Recht für die DM qualifiziert haben und die nächste Sensation möglich machen und in das Halbfinale einziehen“, gibt sich Malte Hollmann kämpferisch.


Hier gibt es die wichtigsten Infos der Brettorfer DM-Gegner:

TSV Pfungstadt (1. Süd)

Nicht weniger als sechs Nationalspieler kann das Pfungstädter Ensemble aufweisen. In vorderster Front sind Patrick Thomas und Johannes Jungclaussen mittlerweile gut aufeinander eingespielt. Beide Angreifer sind defensiv und läuferisch sehr stark einzuschätzen – auch die Rotation zwischen den beiden funktioniert nahezu perfekt. Die Abwehrreihe des TSV dürfte wohl das Beste vom Besten sein was man so aufbieten kann – aber mindestens ein Nationalspieler muss immer auf der Bank Platz nehmen. Das ist ein Luxusproblem, aber mit dem kann man umgehen.

Es wird wohl so sein, wie es viele Faustballenthusiasten erwarten – den Titel aus 2018, den man „ausgeliehen“ hat an die Bundeshauptstadt, holen sich die „Gelben“ zurück. Zu eindeutig verliefen die letzten Großveranstaltungen für den TSV. Titel im Feld 2018, Titel beim Europapokal, Südtitel – und von den acht verlorenen Sätzen in der Liga hat man ganze vier gegen den TV Käfertal abgegeben.

TV Käfertal (3. Süd/Ausrichter)

Chapeau TVK! Sportlich hat der Ausrichter die Quali gepackt und das äußerst souverän. Nun steht man vor der zweiten Ausrichtung einer Hallen-DM hintereinander. Nach dem letztjährigen Silber ist auch diesmal ein Medaille im Fokus. Marcel Stoklasa muss zwar noch immer verletzt zuschauen – aber Nick Trinemeier kann Angabe, Rückschlag und Block perfekt umsetzen. Am Anfang der Runde schlug das Verletzungspech in seiner vollen Wucht beim TVK zu: Linus Murry, Fabian Braun und zeitweise Kapitän Dominik Mondl waren außer Gefecht. Dass man dennoch so erfolgreich aufspielte, das spricht für den TVK und seinen Kader. Läuferisch und balltechnisch ist der TVK mit den Abwehrketten von Pfungstadt und Vaihingen auf Augenhöhe – der Angriff wird mit perfekt getimtem Zuspielen von Felix Klassen gefüttert und auch der Zweitschlag ist äußerst unangenehm.

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