Champions Cup Interview 1: Sebastian Thomas (TSV Pfungstadt)

20. Dezember 2017

Am 12./13. Januar sind die vier besten Mannschaften des europäischen Hallenfaustballs in Brettorf zu Gast. Wir fragen im Vorfeld beim TSV Pfungstadt, Union Compact Freistadt, SVD Diepoldsau-Schmitter und Gastgeber TV Brettorf nach, wie der aktuelle Stand der Vorbereitung ist, welche Ziele sie für Brettorf haben und wer für sie der Favorit auf den Titel ist. Den Auftakt macht Sebastian Thomas vom Titelverteidiger TSV Pfungstadt.

TV Brettorf: Nach vier Siegen in Folge startet ihr in Brettorf zum ersten Mal bei einem Hallen-Europacup ohne deinen verletzten Bruder Patrick. Dafür gibt es mit Steve Schmutzler und Johannes Jungclaussen zwei neue Gesichter im TSV-Angriff. Wie eingespielt ist das Team bereits?

Sebastian Thomas: Wir sind sicherlich noch ein gutes Stück von dem Level entfernt, welches wir zu unserer erfolgreichsten Zeit vor eins bis zwei Jahren hatten. Dennoch ist in meinen Augen eine Steigerung von Woche zu Woche zu erkennen und das Zusammenspiel von Zuspiel und Angriff klappt immer besser. Dass Steve über 500km entfernt von uns wohnt und wir uns bisher prinzipiell nur zu den Spieltagen sehen und dort die Möglichkeit haben uns einzuspielen, erschwert die Situation natürlich deutlich.


TV Brettorf: Erst im Oktober seid ihr zum Feld-Weltpokal nach Curitiba (Brasilien) gereist. Gegen Sogipa Porto Alegre gab es über die zwei Spiele gerechnet eine ganz knappe Niederlage. Wie fällt dein Fazit zur Reise aus, auch außersportlich?

Sebastian Thomas: An einem Weltpokal teilnehmen zu dürfen und dann auch noch in Brasilien, ist natürlich immer ein Highlight, in dessen Genuss man sicherlich nicht allzu oft in seiner sportlichen Karriere kommt. Wir wussten von vornherein, dass es extrem schwer wird, mit einem komplett neuen Angriffsduo gegen ein über mehrere Jahre eingespieltes und siegeshungriges Team wie Sogipa zu gewinnen. Dass es im Endeffekt in der Gesamtabrechnung über beide Spiele nur ein einziger Punkt war, den die Südamerikaner mehr gemacht haben als wir, ist natürlich umso bitterer.
Dennoch hatten wir als Mannschaft eine super Zeit in Brasilien und konnten auch kulturell neben dem Faustballplatz einiges erleben und neue Freundschaften gewinnen. Die Leistungssteigerung gegen Ende des Turnieres hat uns zudem zuversichtlich für die diesjährige Hallenrunde gestimmt.


TV Brettorf: Nun geht es unter dem Hallendach zur Sache. Wie hoch ist das Trainingspensum aktuell, wird über die Weihnachtsfeiertage eine kurze Pause eingelegt?

Sebastian Thomas: Nach der extrem langen Saison mit Europapokal, Deutscher Meisterschaft, World-Games und Weltpokal Ende Oktober haben wir in der Hallenrunde das Trainingspensum auf ein gemeinsames Hallentraining reduziert, wobei jeder Spieler zusätzlich sein eigenes Fitnessprogramm mehrmals pro Woche absolviert. Dies machen wir jetzt schon die vergangenen Jahre während der Hallerunde, um uns physisch und mental von der kräftezehrenden Feldsaison zu erholen und ballhungrig zu bleiben.
Diese Woche haben wir traininsgfrei bekommen und werden zwischen den Jahren vermutlich noch ein kleines Trainingslager absolvieren. Die Championscup-Vorbereitung endet schließlich mit der Teilnahme beim Dreikönigsturnier in Bretten.


TV Brettorf: Beim Champions Cup geht es im Halbfinale gegen Union Compact Freistadt, euer Finalgegner im Januar in Österreich. Was zeichnet die Mannschaft aus und welche Chancen rechnet ihr euch vom TSV aus?

Sebastian Thomas: Freistadt hat sicherlich eine der stärksten Defensivreihen Europas und verfügt mit Jean Andreoli über einen hervorragenden, vorallem für seine Fehlerfreie Spielweise bekannten Angreifer. Es wird sicherlich ein hartes und für die Zuschauer spannendes Spiel. Ich denke, dass Freistadt in diesem Spiel leicht die Favoritenrolle trägt. Wenn wir jedoch die Leistung abrufen, zu der jeder einzelne Spieler von uns in der Lage ist, ist es meiner Meinung sicherlich auch realistisch, dass wir am Ende jubeln dürfen.


TV Brettorf: Und zum Abschluss: Wer ist aus deiner Sicht das stärkste Team in Brettorf?

Sebastian Thomas: Ich denke dieses Jahr sind alle vier Teams auf einem ähnlichen Level und es gibt keinen „krassen“ Favoriten auf dem Papier. Schlussendlich wird die Tagesform einer der größten Faktoren sein, der über Sieg und Niederlage bestimmen wird.

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