DM’22 in Brettorf: Das sind die Teams der Frauen

23. August 2022

Auf 2021 folgt 2022: Wie schon vor einem Jahr steigt die Deutsche Meisterschaft der Männer und Frauen Ende August in Brettorf. Bei den Frauen gleicht dabei alles den nationalen Titelkämpfen von 2021. Mit Titelverteidiger TV Jahn Schneverdingen, Ahlhorner SV, TSV Dennach, TV Segnitz, TSV Calw und Gastgeber TV Brettorf nehmen genau die sechs Mannschaften teil, die auch schon zwölf Monate zuvor in der Gemeinde Dötlingen um die nationale Krone gekämpft haben – wenn auch in anderen Duellen und unter neuen Vorzeichen. Für die DFBL hat Sönke Spille die Teams unter die Lupe genommen.

Quali-Spiel 1

Ahlhorner SV

In Quali-Spiel Nummer eins bekommt es auf Feld 2 der Brettorfer Sportanlage der Ahlhorner SV mit dem TSV Calw zu tun. Vor einem Jahr mussten die Nachbarinnen des TVB bereits im Quali-Spiel gegen Dennach die Segel streichen. Das gilt es für die Mannschaft von Trainerin Janna Köhrmann an diesem Wochenende nun möglichst zu vermeiden. Den nötigen Rückenwind dürften sich die Ahlhornerinnen dabei im Saisonendspurt geholt haben. „Hier und da mussten wir uns schon ordentlich strecken und um die Siege kämpfen“, sagt Abwehrspielerin Sarah Albrecht: „Das haben wir als Team aber sehr gut gemeistert.“ Aber gerade auch mit der Abstellung von Spielerinnen zur U18-EM und den World Games habe man die Leistungen ganz gut abrufen können. So auch am letzten Spieltag, als man dem TV Jahn Schneverdingen die erste Niederlage nach fast zwei Jahren zufügte.

Nun wartet der TSV Calw als Gegner. „Calw geht mit Bronze aus dem Europapokal sicherlich mit einem gestärkten Selbstbewusstsein in die DM“, glaubt Albrecht: „Sie sind eine starke Mannschaft, stehen sehr kompakt“, sagt sie. Und insbesondere Angreiferin Henriette Schell habe in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung hinter sich. „Wichtig wird es für uns zu Beginn sein, dass wir in der Abwehr stabil stehen und somit versuchen, dass Henriette nicht so gut ins Spiel kommt“, fordert die ASV-Defensivspielerin deshalb. Dafür wurde in den Wochen nach den World Games und U18-EM noch einmal kräftig gearbeitet, in einer dritten wöchentlichen Trainingseinheit holten sich vor allem die ASV-Angriffsspielerinnen noch einmal den nötigen Feinschliff, um möglichst flexibel aufspielen zu können. Dazu wurde der Kader um einige Spielerinnen der zweiten Mannschaft ergänzt, um mit dem nun zehnköpfigen Kader die nötige Flexibilität zu haben. „Unser Fokus liegt erst einmal auf dem Quali-Spiel“, sagt Sarah Albrecht. Hier ist das Ziel, einen Sieg einzufahren und ins Halbfinale einzuziehen. „Wir denken von Spiel zu Spiel“, so Albrecht: „Eine Medaille wäre aber eine schöne Belohnung für die bisherige Saison.“

TSV Calw

Gegner Calw sprang in letzter Sekunde auf den DM-Zug auf und qualifizierte sich nur dank des besseren Satzverhältnisses für die nationalen Titelkämpfe. „Wir haben eine schwierige Bundesligasaison hinter uns“, blick Abwehrspielerin Sandra Janot zurück. Ohne Angreiferin Steffi Dannecker (Karriereende) und Trainer konnte sich der TSV nur schwer einfinden. „Die Runde glich einer Achterbahnfahrt“, so Janot: „Von Spieltag zu Spieltag rollte der Wagen auf und dann wieder ab.“ So waren es lediglich zwei Spieltage, an denen man tadellos aufspielte und das wirkliche Können auf den Rasen bracht. „Dank einer Weltklasse-Henny haben wir es dennoch meistens geschafft, den Kopf noch einmal aus der Schlinge zu ziehen“, lobt Janot ihre Angreiferin Henriette Schell. Mit ihr gewannen die Calwer Löwinnen vor eineinhalb Wochen auch die Bronzemedaille beim Champions Cup – und das obwohl mit Leonie Pfrommer und Laura Flörchinger zwei wichtige Stammspielerinnen fehlten. „Wir sind locker in die Spiele gegangen und haben es einfach als gute Vorbereitung für die DM gesehen“, erzählt Janot. Das entpuppte sich als Erfolgsrezept. Mit einer hohen Flexibilität arbeitete sich Calw bis ins Bronze-Spiel vor, spielte auch hier gegen Dennach befreit auf und gewann Bronze – unter diesen Voraussetzungen eine kleine Sensation, die man auch im Calwer Lager nicht abstreiten kann.

Bei der DM heißt der Gegner im Quali-Spiel nun Ahlhorn – ein Team, das den Calwerinnen auf dem Feld in der Vergangenheit nicht wirklich lag. „Ahlhorn spielt mit Imke Burfeind vorne sehr clever und kämpferisch. Es ward schwer, aber nicht unmöglich“, glaubt Janot. Viel komme darauf an, zur eigenen Spielstärke und somit schnell in einen Flow zu finden. „Es wird vermutlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.“ In der finalen Vorbereitung lag der Fokus auf den spielerischen Aspekten: Abstimmungen, Laufwege, verschiedene Aufstellungen – alles, um die nötige Routine einzuüben. „Dafür waren der Champions Cup und das nahtlos anschließende Grenzlandturnier sicherlich von Vorteil“, so Janot. Personell stoßen zum fixen Sechser-Kader aus der Saison auch die bundesligaerfahrene Samatha Lubik und Nachwuchstalent Fanny Hopp, die beide auch in der Schweiz zum Einsatz kamen. „Fanny hat beim Champions Cup wahre Größe und Spielwitz gezeigt und bietet vor allem durch ihre Flexibilität auf allen Positionen super Optionen“, sagt Sandra Janot. Als Coach konnte Calw Steffi Dannecker für sich gewinnen. Mit ihr an der Seitenlinie soll das Halbfinale erreicht – und dann der nächste Schritt gewagt werden. Ein DM-Finale auf dem Feld hat der zweimalige Hallen-Champion Calw bisher nämlich noch nicht erreicht. „Das alles möglich ist, haben wir beim Champions Cup gezeigt“, schmunzelt Janot: „Aber soweit wollen wir erst einmal nicht denken. Der Fokus liegt zunächst einmal einzig und allein auf dem K.o.-Spiel gegen Ahlhorn.“

Quali-Spiel 2

TV Brettorf

Dieses Duell gab es bereits vor einem Jahr im Qualifikationsspiel – und es hatte am Ende eine faustdicke Überraschung parat. Nicht etwa der favorisierte TV Segnitz setzte sich durch sondern Gastgeber TV Brettorf. Nicht verwunderlich also, dass sich die Schwarz-Weißen – trotz erneuter Außenseiterrolle – wieder etwas ausrechnen. „Segnitz verfügt auch neben Svenja Schröder im Angriff über eine starke Mannschaft und ist der Favorit im Qualifikationsspiel“, sagt TVB-Spielertrainerin Karen Kläner: „Trotzdem wissen wir aus dem letzten Jahr, dass wir eine Chance haben, wenn wir auf allen Positionen und vor allem als Team unsere beste Leistung abrufen.“ Das jedoch, gelang in der abgelaufenen Bundesligaspielzeit zu selten. „Die Feldsaison haben wir uns natürlich anders vorgestellt“, gesteht Kläner: „Unser Ziel war es, unsere bekannten Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen, und die DM Qualifikation aus eigener Kraft zu schaffen. Das ist uns leider nicht gelungen.“ Die Brettorferinnen offenbarten zu viele Schwankungen in der eigenen Leistung und schlossen die Spielzeit auf Tabellenplatz sechs (14:18 Punkte) ab.

Seitdem liegt der Fokus auf der DM-Vorbereitung, in der die Erkenntnisse aus der Saison aufgearbeitet und Spielpraxis gesammelt wurde. Neben Duellen mit Zweitligist MTV Wangersen, standen auch Spiele mit der Erstliga-Konkurrenz aus Wardenburg und Moslesfehn auf dem Plan. „Gerade hier konnten wir noch einmal verschiedene Formationen und Varianten ausprobieren“, erzählt die U18-Weltmeisterin von 2014. Der Kader wurde zudem auf zehn Spielerinnen erweitert und soll während der DM-Begegnungen so noch mehr Möglichkeiten bieten – und dabei helfen, das mutig formulierte DM-Ziel zu erreichen. „Wir wollen an der DM die Überraschung schaffen, indem wir unsere Leistung aus dem Vorjahr noch einmal verbessern und eine Medaille auf eigener Anlage holen“, kündigt Karen Kläner an. Helfen könnte dabei vielleicht auch der Heimvorteil. Kläner: „Ich glaube schon, dass uns unsere Fans im Rücken noch einmal zusätzlich beflügeln können.“

TV Segnitz

Gegner Segnitz ist dagegen zufrieden mit der abgelaufenen Saison. 26:6 Punkte, Tabellenplatz zwei: Das ist die Ausbeute der Unterfränkinnen in dieser Spielzeit. Einzig bei den beiden Niederlagen gegen Südmeister Dennach hätten sich die TVS-Frauen eine bessere und konzentrierte Leistung gewünscht. Die gilt es nun im Quali-Spiel gegen Brettorf an den Tag zu legen – das ist den Segnitzerinnen nicht nur aufgrund der Niederlage im vergangenen Jahr klar. „Wir wissen, dass uns eine starke und sehr kämpferische Mannschaft mitriesiger Fanbase gegenübersteht“, sagen Tatjana Müller und Helen Gernet: „Trotzdem hoffen wir, dass wir dieses Jahr unsere Saisonleistung halten und abrufen können.“

Wichtig hierfür sei es, die Nerven zu behalten und sich nicht zu viel Druck zu machen. Denn: Das ausgegebene Ziel, ist der Halbfinaleinzug. Den verpassten die Segnitzerinnen bei ihren bisherigen zwei Feld-Teilnahmen 2019 und eben 2021. „Wir wollten im dritten Anlauf jetzt endlich den Sprung ins Halbfinale schaffen“, kündigen Müller und Gernet an. Dafür wurde versucht, die Wochen vor der DM bestmöglich zu nutzen. Trainingseinheiten mit dem gesamten Team standen auch an den Wochenenden auf dem Programm, um speziell das Zusammenspiel und die Absprachen zu verfeinern. Dazu wurde auch auf das Segnitzer Männer-60-Team in einigen Matches als Sparringspartner zurückgegriffen. Personell kann der TVS für die DM aus dem Vollen schöpfen. Einzig Sandra Hoffmann ist in die Frauen-30-Mannschaft gewechselt, ansonsten ist der Kader unverändert geblieben.

Halbfinalisten

TV Jahn Schneverdingen

Zwei Teams haben ihr Halbfinalticket als Meister der Nord- und Südstaffel jeweils sicher. Der TV Jahn Schneverdingen geht zudem als Titelverteidiger an den Start. Einzig ihre Siegesserie von 24 Monaten ohne Niederlage endete für die Heidschnucken auf der Zielgerade der Bundesligasaison. Dennoch ist man im Schneverdinger Lager zufrieden. „Wir haben die gesamte Saison eine konstante Leistung gebracht“, konstatiert Kapitänin Hinrike Seitz, die ihr Team deshalb gut auf die DM vorbereitet sieht. Nicht zuletzt auch, da der TV Jahn vor eineinhalb Wochen den Titel beim Champions Cup gewann – trotz personeller Probleme. Mit Helle Großmann, Theresa Schröder und Zoe Kleiböhmer musste das Team aus Niedersachsen auf gleich drei Spielerinnen verzichten. „Wir konnten aber beweisen, wie hochklassig und ausgeglichen unser Kader ist“, sagt Seitz: „Viel unserer Spielerinnen sind sehr flexibel einsetzbar, da macht es kaum einen Unterschied, wer auf welcher Position spielt.“ Jede Spielerin habe an den zwei Tagen die Herausforderung angenommen, auch andere Aufgaben oder Positionen zu übernehmen. Mit Erfolg – schließlich stand am Ende die Titelverteidigung: „Ich bin sehr stolz auf die Leistung unserer Mannschaft und jeder einzelnen Spielerin“, so Seitz.

Auch in Brettorf wollen die Schneverdingerinnen den zweiten Titel gewinnen, so das klar ausgegebene Ziel. Großmann und Kleiböhmer werden für dieses Unterfangen ins Aufgebot zurückkehren, das im Halbfinale auf den Sieger der Partie zwischen Segnitz und Brettorf treffen wird. „Egal auf wen wir treffen: Wir wissen schon jetzt, dass es auf jeden Fall ein hart umkämpftes Spiel wird“, so Seitz. „Insbesondere Brettorf wird sich von den heimischen Fans beflügeln lassen und wird alles dafür geben, bei der Heim-DM erfolgreich zu sein.“ Eine intensive gesonderte DM-Vorbereitung war für den Titelverteidiger indes kaum möglich – auch, weil viele Kader-Spielerinnen regelmäßig bei Lehrgängen und Turnieren mit der Nationalmannschaft sind. „Im Vereinstragung versuchen wir, eine gute Mischung aus Techniktraining und spielnaher Praxis zu finden“, erklärt Hinrike Seitz: „An dieser Stelle möchte ich ein Lob an unsere Trainerin aussprechen, die es immer wieder schafft, ein gutes Verhältnis von Basics und neuen Übungen zu integrieren, um die Motivation und die Freude am Faustball hochzuhalten.“

TSV Dennach

Ebenfalls im Halbfinale steht bereits Südmeister TSV Dennach. 28:4 Punkte sammelten die Pink Ladies im Saisonverlauf und sicherten sich so Tabellenplatz eins. „Mit der Bundesligasaison sind wir sehr zufrieden“, resümiert Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger: „Auch, wenn die eine oder andere Niederlage zu verhindern war – dass wir wieder als Südmeister zur DM fahren ist schön.“ Nur zu gerne hätte man die Reise nach Brettorf auch mit einem positiven Ergebnis beim Champions Cup angetreten. Doch beim Kräftemessen der europäischen Top-Teams verpassten die Dennacherinnen zum ersten Mal seit 2014 den Sprung auf das Podest. „Die zwei Tage waren eine Berg- und Talfahrt“, gesteht auch Aldinger: „Richtig ins Turnier haben wir in keinem Spiel gefunden. Es wäre defenitiv mindestens eine Medaille drin gewesen. In den entscheidenden Momenten haben wir aber leider einfach Fehler gemacht“. Nun käme es darauf aus, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen – auch mit Blick auf die nationalen Titelkämpfe in Brettorf.

Bei denen bekommt es der TSV im Halbfinale entweder mit dem Ahlhorner SV oder mit dem TSV Calw zu tun. Gegen den Süddritten aus Calw feierte Dennach im Saisonverlauf zwei Siege, musste sich aber beim Champions Cup erst in der Vorrunde und später auch im Bronze-Match geschlagen geben. Mit Ahlhorn lieferte sich der TSV in der Vergangenheit viele packende Duelle auf Meisterschaften – das letzte Duell auf dem Feld gewann Dennach im Quali-Spiel von Brettorf 2021 mit 3:2 für sich. „Wir kennen beide Mannschaften sehr gut, da weiß man, was einen zukommt“, erklärt Anna-Lisa Aldinger, die ein spannendes Spiel erwartet – mit einem taktisch etwas klügeren ASV. Ihr Team hat seit dem Europacup taktisch noch das eine oder andere aufgearbeitet und sich etwas Ballsicherheit und Selbstbewusstsein geholt. In den Landkreis Oldenburg tritt nun der gesamte Kader die Reise an. „Wir erhoffen uns eine Medaille“, verrät Aldinger: „Schön wäre für uns das Finale.“ Das erreichte man bereits im vergangenen Jahr in Brettorf. Warum sollte es also nicht auch hier eine Wiederholung geben?

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