Mit frischem Wind gehen die Bundesliga-Faustballerinnen des TV Brettorf in die anstehende Feldsaison. In einer kleineren Liga – mit nur acht Teams – wollen die TVB-Faustballerinnen, nach Abstiegskampf in den vergangenen Spielzeiten, nun wieder weiter oben mitmischen. Zum Auftakt geht es am Sonntag (3. Mai) in Schleswig-Holstein gegen den VfL Kellinghusen und TuS Wakendorf. Wir liefern die wichtigsten Infos vorab, inklusive Check der TVB-Gegnerinnen.
Rückblick: Halle 2025/26
Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen für die Erstliga-Faustballerinnen des TVB. Doch eines, das blieb an den Spieltagen von Beginn bis zum Ende das große Manko: die Konstanz. Gepaart mit einer immer mal wieder fehlenden Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Momenten fanden sich die Brettorferinnen zum Ende der Saison plötzlich im Tabellenkeller wieder.
Dabei war man zu Saisonbeginn ganz ordentlich aus den Startlöchern gekommen – in einer Spielzeit, die geprägt war von einem Spielplan, der sich weiter wohl kaum hätte strecken können. Während die TVB-Frauen Mitte Dezember bereits zwölf Spiele absolviert hatte und sich in die Weihnachtspause verabschiedet hatten, stand der Ohligser TV bei gerade einmal vier Begegnungen – ganze acht weniger. Es war mehr oder weniger ein verzerrtes Bild, das nie so recht erahnen ließ, wo man sich in der Liga eigentlich befindet. Als dann auch noch Mitkonkurrent TSV Hagen 1860 zwei überraschende Punkte gegen den TV Jahn Schneverdingen am grünen Tisch erhielt, befand man sich plötzlich wieder mittendrin im Abstiegskampf – bei nur noch zwei verbleibenden Spieltagen. Hier setzte es drei Niederlagen aus vier Spielen und der TVB rutschte am vorletzten Spieltag doch noch auf den vorletzten Tabellenplatz ab – punktgleich mit dem SV Moslesfehn und zwei Punkten Rückstand auf den TSV Hagen 1860 und MTV Wangersen. „Das ist schade für die Mädels“, fand Coach Sönke Spille: „Über den gesamten Saisonverlauf gesehen waren sie spielerisch besser als das, was die Tabelle jetzt hergibt. Gerade im Endspurt ist uns ein wenig die Puste ausgegangen.“
Rückkehrerin Ida Jungclaussen und Neele Meves waren zu Saisonbeginn ins Team gerückt, das Ziel „Klassenerhalt“ hatte man fest im Blick. Doch: Gerade in den entscheidenden Momenten gelang es den Schwarz-Weißen nicht, die wichtigen Punkte zu sammeln. So hatte man in eigener Halle den späteren DM-Teilnehmer vom VfL Kellinghusen eigentlich im Griff, verlor die Sätze trotz zwischenzeitlicher Führungen aber doch (8:11, 14:15, 11:9, 9:11). „Auch, wenn der Tabellenplatz eine andere Sprache spricht, bin ich mit der Entwicklung zufrieden“, zeigte sich Trainer Spille dennoch nicht unzufrieden.
Auch, wenn es sportlich nicht zum Klassenerhalt gereicht hat – in der nächsten Hallensaison darf der TVB aber wieder im Oberhaus auflaufen. Mit dem Rückzug vom SV Moslesfehn und nur einem Aufsteiger (Lemwerder TV) werden die Brettorferinnen weiter erstklassig bleiben – und wollen hier ihre Entwicklung weiter fortsetzen.
Kader

Aus dem Kader der vergangenen Hallensaison stehen auch auf dem Feld wieder alle Spielerinnen zur Verfügung. Neben Melanie Steenken und Leni Hasselberg (U18-Nationalspielerin) gehören dazu in der Defensive Ida Jungclaussen (A-Kader), Jette Weber (U21), Christin Hirsch, Rike Bode und Neele Meves. Doch damit nicht genug: Mit Nationalspielerin Pia Neuefeind (TSV Dennach/ früher Ahlhorner SV) schloss sich eine neue Angreiferin dem TVB an, die damit die Konkurrenz im Team weiter beleben soll.
Trainer
Nach drei Spielzeiten an der Seitenlinie der Brettorfer Bundesliga-Frauen verabschiedete sich Coach Sönke Spille. Für ihn rückt mit Marc Lange ein ehemaliger Coach aus der TVB-Jugend nach. Zwischen 2013 und 2016 war Lange im männlichen U14 bis U18- Bereich als Trainer aktiv. Nach seinem Abschied in Richtung Düdenbüttel ist Lange zurück in Brettorf – und übernimmt nun das Ruder der Brettorfer Bundesliga-Faustballerinnen.
Ligasystem
In ihrem ursprünglichen Format treten die Teams in der Bundesliga der Frauen an. Anders, als zuletzt, haben die Top3 der Bundesliga Nord ihr Ticket für die DM in Bardowick sicher. Eine Änderung gibt es aber dennoch: Da es mit dem TSV Hagen 1860 nur einen Aufsteiger gibt und der SV Moslesfehn sein Team aus der Bundesliga zurückgezogen hat, wird die Saison erstmals seit 2021 wieder nur mit acht Teams stattfinden.
Vorschau: Feld 2026
Mit den Verstärkungen wollen die Brettorferinnen nun die untere Tabellenhälfte unbedingt verlassen. Was im Team steckt, ließen die TVB-Frauen auch in der vergangenen Feldsaison immer wieder aufblitzen, belegten am Ende den siebten Tabellenplatz (12:20 Punkte). In den kommenden Monaten will die 1. Damen dieses Konto noch etwas mehr befüllen, gerade die Konkurrenz an der Tabellenspitze mächtig ärgern – und, wenn möglich, auch die Fühler in Richtung Deutscher Meisterschaft ausstrecken.
Heimspiele
Sonntag, 17. Mai (11.00 Uhr) vs. TV Jahn Schneverdingen & TuS Wakendorf
Sonntag, 14. Juni (11.00 Uhr) vs. Ohligser TV & TuS Wakendorf
Die Gegnerinnen
TSV Hagen 1860
Ihre Bundesliga-Feuertaufe haben die Faustballerinnen des TSV Hagen 1860 mit Bravour bestanden. Platz sechs stand zum Abschluss der Hallenrunde 2025/26 zu Buche und der damit verbundene Klassenerhalt. Fünf Siege feierten die Sechzigerinnen auf dem Weg dahin, hinzu kamen zwei weitere Punkte am Grünen Tisch. Nun wollen die Aufsteigerinnen auch auf dem Feld den Ligaverbleib schaffen. Dafür bekommt der Kader zusätzliche Unterstützung. Angreiferin Cindy Ristel, ehemalige Bundesliga-Angreiferin, wechselt vom TK Hannover nach Westfalen und soll das Team mit ihrer großen Erfahrung unterstützen.
TV Jahn Schneverdingen
Zahlreiche Erfolge haben die Frauen des TV Jahn Schneverdingen in den vergangenen Spielzeiten eingeheimst, darunter Deutsche Meistertitel, Europacupsiege und Triumphe beim Weltpokal. Als am 1. März aber der DM-Titel in Stuttgart vergeben wurde, befanden sich die Heidschnucken in der Zuschauerrolle. Zum ersten Mal seit der Saison 2018/19 – damals holte der TV Brettorf die Nordmeisterschaft – verpasste der TV Jahn die DM-Qualifikation. Platz drei stand mit 22:10 Punkten zu Buche und das auch, weil man zwei sportlich gewonnene Spiele nachträglich noch abgeben musste. Nun möchte das Team, das Ende Oktober auch am Weltpokal in Chile teilnimmt, auf dem Feld angreifen. Personell gibt es dabei eine Veränderung. Lena Meyer steht nicht mehr zur Verfügung, dafür kann Trainerin Christine Seitz künftig wieder auf die ehemalige Nationalspielerin Luca von Loh zurückgreifen.
Ahlhorner SV
Es ist ein enorm erfolgreiches Jahr 2025 für die Faustballerinnen des Ahlhorner SV gewesen: Im Sommer gewann das Team den Europacup, wurden bei den Finals in Dresden Deutsche Meisterinnen auf dem Feld und belegten für diese Erfolge auch den 3. Platz bei der Wahl als Mannschaft des Jahres in Niedersachsen durch den Landessportbund. Fast hätte es in der Halle dann noch mit einem weiteren DM-Titel gereicht. Doch: Nach der ersten Hallen-Nordmeisterschaft seit 2017/18 verpassten die Blau-Weißen in Stuttgart den DM-Titel nur knapp und gewannen letztlich Silber. Unter freiem Himmel sind die ASV-Faustballerinnen nun die Gejagten und hat zahlreiche Saisonhöhepunkte auf der Agenda. So ist die DM-Qualifikation für Bardowick sicherlich eingeplant, hinzu kommt der Champions Cup im September auf eigener Anlage – und im Oktober/November steht dann schließlich noch der Weltpokal in Chile bevor. Personell gibt es für dieses Unterfangen keine Veränderungen.
MTV Wangersen
DM-Teilnahmen in der Halle und auf dem Feld – der MTV Wangersen schien sich ein wenig zur dritten Kraft im Norden gemausert zu haben. Doch nach dem vierten Platz auf dem Feld fand sich der MTV im Laufe der vergangenen Hallensaison im Tabellenkeller wieder. Statt um das DM-Ticket zu kämpfen, musste man im Kreis Stade um den Verbleib im Oberhaus zittern. Mit drei Siegen aus den letzten vier Saisonspielen kletterte man letztlich doch noch auf Rang fünf – wenn auch nur mit zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Auf dem Feld möchte man den Blick nun unbedingt wieder nach oben richten. Veränderungen im Aufgebot von Trainer Janek von der Lieth gibt es dabei nicht.
VfL Kellinghusen
Es war der größte Erfolg der jüngsten Geschichte des VfL Kellinghusen: Zum ersten Mal seit der Saison 2018/19 qualifizierte sich das Team aus Schleswig-Holstein sportlich wieder für eine Deutsche Meisterschaft. Mit einem enorm starken Saisonstart setzten die VfL-Faustballerinnen die Konkurrenz früh unter Druck und brachten den Vorsprung am Ende über die Ziellinie. Bei der DM in Stuttgart stand letztlich der vierte Platz, der aber bewies, dass die Störstädterinnen zur nationalen Spitze gehören – wenn, sie ihre Leistungen denn auch konstant aufs Spielfeld bringen. Das ist nun auch das Ziel für die anstehende Feldrunde, in der man – nach der DM-Quali 2018 – immer zwischen Platz vier und sechs landete (zuletzt 2x Platz 5).
TuS Wakendorf
Viel zu holen gab es für die Faustballerinnen aus Schleswig-Holstein in der abgeschlossen Hallenrunde nicht. Als TSV Wiemersdorf holte das Team nur vier Punkte (wobei nur ein Spiel gegen TSV Hagen gewonnen wurde) und landete so abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Auch, weil man doch zu weit abgeschlagen von der Konkurrenz war, tritt man nach zwei Jahren im Oberhaus nun den Gang in die Zweitklassigkeit an. Einen Abstieg hatte die Mannschaft bereits auf dem Feld hinnehmen müssen (8. Platz – 4:28 Punkte). Da es mit dem TSV Hagen 1860 nur einen Aufsteiger gibt verbleibt Wakendorf trotzdem in Liga eins und geht hier in die zweite Bundesliga-Saison.
Ohligser TV
In ihre mittlerweile fünfte Feldsaison in Folge gehen die Frauen des Ohligser TV. Zweimal gelang es dabei sich unter den Top3 der Liga festzusetzen – so auch in der vergangenen Feldsaison. Punktgleich mit dem MTV Wangersen konnte der OTV dank des besseren Satzverhältnisses an der DM-Qualifikationsrunde in Rendel teilnehmen, musste sich hier aber gegen den aktuellen Hallen-Champion TV Segnitz geschlagen geben. Auch unter dem Hallendach gehörten die Rheinländerinnen erneut zur oberen Tabellenhälfte, auch wenn man nicht entscheidend in den Kampf um die DM-Tickets eingreifen konnte. Nach der Rückkehr von Katja Hofmann (Verletzung) an der Seite von Kaja Hutz fiel zum Ende der Hallenrunde zuletzt Nachwuchstalent Jana Brüggemeier aus. Dennoch ist man gerade im Angriff namhaft besetzt.
